Eigentlich wollte ich für die Blogparade von Birgit Lorz zum Thema „Warum und wann ich mit dem Bloggen angefangen habe“ einfach die Leitfragen beantworten.
Aber je länger ich über die Fragen nachdachte, desto mehr merkte ich: Mein Weg zum Bloggen lässt sich nicht in ein paar kurzen Antworten zusammenfassen.
Mein Blog hat in den letzten zwei Jahren mehrere Wendungen genommen. Ich habe Themen gewechselt, an mir gezweifelt, eine Wartungsseite viel zu lange online gelassen und gelernt, dass Sichtbarkeit nicht bedeutet, alles von sich zeigen zu müssen.
Dieser Artikel ist deshalb nicht nur mein Beitrag zur Blogparade. Er ist auch mein Wiedereinstieg ins Bloggen und eine Art Rückblick darauf, warum ich trotz aller Zweifel immer noch schreibe.
Aller Anfang ist … aufregend
Meinen Blog habe ich im März 2024 gestartet. Damals noch als Ernährungsberaterin für besondere Lebensphasen.
Mein Ziel war klar: Ich wollte Schwangeren, Stillenden und Eltern in der Beikostzeit verlässliche Informationen an die Hand geben. Ohne Panikmache, ohne ständig neue Wundermittel oder Nahrungsergänzungsmittel zu empfehlen.
Meine ersten Artikel veröffentlichte ich einmal im Monat. Sie drehten sich um Schwangerschaftsübelkeit, Heißhunger und achtsame Momente in der Schwangerschaft.
Wenn ich heute darauf zurückblicke, waren diese Texte viel mehr als reine Fachartikel. Sie waren mein Einstieg in etwas, das mir bis heute Freude macht: das Schreiben.
Die größte Hürde war nicht die Technik
Vor dem Start hatte ich ehrlich gesagt am meisten Respekt vor dem Installieren und Einrichten von WordPress.
Am Ende stellte sich heraus, dass das völlig unbegründet war. Mit dem Buch „Bloggen für Einsteiger“ von Yvonne Kraus und den Schritt-für-Schritt-Anleitungen aus der Blogothek von Janneke Duijnmaijer war der technische Teil überraschend einfach.
Viel schwieriger war etwas ganz anderes.
Die Angst vorm Zeitaufwand.
Der eigene Perfektionismus.
Und die Angst vor Sichtbarkeit.
Ich habe mich ständig gefragt, was andere wohl denken würden. Das Verrückte daran: Ich hatte meinem Umfeld gar nicht erzählt, dass ich einen Blog gestartet hatte. Es gab also eigentlich niemanden, der mich hätte beurteilen können – außer mir selbst.
Als die Wartungsseite zum Schutzschild wurde
Meinen ersten Artikel habe ich eine Woche lang immer wieder gelesen, korrigiert und trotzdem nicht veröffentlicht.
Ich war überzeugt davon, dass er fachlich nicht gut genug war.
Irgendwann habe ich den Mut zusammengenommen und auf „Veröffentlichen“ geklickt.
Beim zweiten Artikel wurde es schon etwas leichter.
Beim dritten kam die Angst wieder zurück.
Nachdem der Artikel online war, bekam ich solche Zweifel, dass ich kurzerhand die Wartungsseite aktivierte.
Und sie blieb fast ein ganzes Jahr online.
Heute muss ich darüber schmunzeln.
Damals fühlte sich das völlig logisch an. Ich war überzeugt, dass jeder sofort sehen würde, wie schlecht meine Artikel waren. Wahrscheinlich hätte sie in Wirklichkeit aber kaum jemand gelesen.


Ein neuer Anfang mit einem neuen Thema
Im Mai 2025 entschied ich mich für einen kompletten Neustart.
Ich hatte keine Lust mehr, mich im Ernährungsbereich zwischen all den Influencern durchzukämpfen. Ich wollte Mehrwert schaffen und nicht ständig erklären müssen, warum Menschen wahrscheinlich nicht noch das nächste Supplement brauchen. Außerdem konnte ich mit Social Media noch nie viel anfangen.
Da ich das Bloggen selbst aber liebte, wechselte ich zu einem anderen Herzensthema: der Genealogie.
Ich wollte zeigen, dass Ahnenforschung kein verstaubtes Hobby für ältere Menschen ist. Ich schrieb Anleitungen, recherchierte Themen und hatte das Gefühl, endlich etwas gefunden zu haben, worüber ich die nächsten Jahre schreiben könnte.
Doch nach und nach veränderte sich etwas. Meine eigene Freude am Forschen ließ nach, ohne dass ich genau sagen konnte, warum.
Heute weiß ich gar nicht mehr genau, woran es lag. Vielleicht daran, dass aus einem Hobby plötzlich regelmäßig Content werden sollte.
Der Moment, an dem ich fast aufgehört hätte
Anfang dieses Jahres habe ich ernsthaft darüber nachgedacht, mit dem Bloggen aufzuhören.
Nach einem Jahr, in dem ich konsequent jede Woche einen Artikel veröffentlicht hatte, gingen die Besucherzahlen immer weiter zurück. Vermutlich spielten dabei auch die zunehmenden KI-Overviews in Suchmaschinen eine Rolle.
Aber wenn ich ehrlich bin, waren sie wahrscheinlich nicht der eigentliche Grund.
Die größere Frage war:
Möchte ich über dieses Thema überhaupt noch schreiben?
Diese Erkenntnis war zunächst ernüchternd.
Heute sehe ich sie eher als etwas Befreiendes.
Warum ich trotzdem weiter blogge
Am Ende war es gar nicht die Hoffnung auf mehr Besucher, die mich gehalten hat.
Es war das Schreiben selbst.
Ich mag dieses Gefühl, wenn aus einer leeren weißen Seite langsam ein fertiger Artikel wird. Wenn Gedanken plötzlich eine Struktur bekommen und aus einer Idee ein Text entsteht.
Dieses Gefühl ist bis heute geblieben.
Egal, worüber ich gerade schreibe.
Was mir das Bloggen geschenkt hat
Beruflich hat mir mein Blog bislang weniger gebracht, als ich am Anfang gehofft hatte.
Persönlich dafür umso mehr.
Ich bin selbstbewusster geworden.
Der Klick auf „Veröffentlichen“ macht mir heute kaum noch Angst. Natürlich frage ich mich manchmal noch, ob ein Artikel wirklich gut genug ist.
Aber inzwischen veröffentliche ich ihn trotzdem.
Eine Sache gibt es allerdings noch, bei der ich mich nicht ganz so weit aus meiner Komfortzone herausgewagt habe: Fotos von mir auf dem Blog zu veröffentlichen. Aus persönlichen Gründen bin ich da vorsichtiger geworden. Sichtbar sein bedeutet für mich inzwischen nicht mehr automatisch, alles von mir zeigen zu müssen.
Außerdem habe ich gelernt, dass man nicht für immer bei einem Thema bleiben muss. Interessen verändern sich. Menschen verändern sich.
Warum sollte ein Blog das nicht auch dürfen?
Mein Rat an alle, die gerade anfangen
Wenn ich heute noch einmal beginnen würde, würde ich mir selbst drei Dinge mit auf den Weg geben:
- Fang einfach an. Die perfekte Nische gibt es wahrscheinlich nicht und sie darf sich mit der Zeit verändern.
- Setze dich nicht unter Druck, möglichst schnell Geld verdienen zu müssen. Das nimmt dem Schreiben oft die Leichtigkeit. Und die Freude.
- Und versuche am Anfang nicht, jeden Satz für Suchmaschinen zu optimieren. Schreib lieber Artikel, die du selbst gerne lesen würdest.
Alles andere kommt mit der Zeit.
Und heute?
Wenn ich meinem Blog zum Geburtstag einen Satz widmen müsste, wäre es dieser:
Vielen Dank, du hast mich in den letzten Jahren immer wieder über mich selbst hinauswachsen lassen und mir gezeigt, dass es in Ordnung ist, nicht immer zu wissen, wohin die Reise geht.
Genau dort stehe ich im Moment wieder.
Ich weiß noch nicht, ob mein Blog beim Thema Ahnenforschung bleibt oder ob ich mich nochmal einem ganz neuen Thema widme.
Vor ein paar Jahren hätte mich diese Ungewissheit wahrscheinlich verrückt gemacht.
Heute sehe ich sie eher als Teil der Reise.
ÜBER MICH: Familiengeschichten hinterlassen Spuren: in alten Dokumenten, Kirchenbüchern und Archiven, aber auch in uns selbst. Seit 2007 folge ich diesen Spuren und was als Neugier begann, wurde zur Leidenschaft und führte schließlich zur Erkenntnis: Hinter jedem Namen steckt weit mehr als ein Datum. Auf diesem Blog verbinde ich klassische Ahnenforschung mit psychologischem Tiefgang und altem Wissen. Für alle die nicht nur wissen wollen wer ihre Vorfahren waren, sondern auch was diese ihnen mitgegeben haben.
Mehr über mich erfährst du hier.