Mein Weg zur Ahnenforscherin war alles andere als geradlinig. Er war voller Umwege, Zweifel und unerwarteter Wendungen. Heute weiß ich: Genau diese Umwege haben mich zu der gemacht, die ich heute bin. Denn manchmal fügen sich die Puzzleteile unseres Lebens erst viel später zu einem großen Ganzen zusammen.
Und manchmal braucht eine Leidenschaft fast 20 Jahre, um sich zu dem klaren Bild zusammenzufügen, das heute vor mir liegt.
Es begann mit einem Stammbaum voller Fragezeichen
2007 gab es einen persönlichen Verlust in meiner Familie. Eieser Einschnitt hat mich dazu gebracht, innezuhalten. Und zurückzublicken.
Meine Tante überließ mir damals einen angefangenen Stammbaum. Handgeschrieben, mit mehreren Generationen aber auch voller Fragezeichen. Namen, die niemand mehr kannte. Daten, die fehlten. Gesichter ohne Geschichten. Diese Fragezeichen ließen mich nicht los. Und ich begann zu suchen.
Ob es meine Tante war, die das gesagt hat, oder ob der Gedanke einfach irgendwann da war – ich weiß es ehrlich gesagt nicht mehr. Aber er ist geblieben: In jeder Familie gibt es in jeder Generation jemanden, der sich um die Familiengeschichte kümmert. Einen Ausgewählten, wenn man so will. Vielleicht bin ich das in meiner.
Dabei war die Neugier nicht neu. Schon in der Grundschule mussten wir einen Stammbaum zeichnen. Ich erinnere mich, wie ich die Namen meiner Urgroßeltern aufschrieb und sofort wissen wollte: Und davor? Wie geht es weiter? Damals konnte mir keiner Antworten darauf geben.
Dazu kamen die alten Fotos bei den Großeltern. Schuhkartons voller Hochzeitsbilder und Gruppenaufnahmen ohne Beschriftung. Gesichter, die mich anschauten, als wollten sie mir etwas sagen. Ich wollte wissen, wer diese Menschen waren, was sie erlebt hatten und ob ihr Leben Spuren in meinem hinterlassen hat.
Die leise, konstante Leidenschaft im Hintergrund
Was viele nicht wissen: Während ich Jahre im Einzelhandel arbeitete, eine Ausbildung zur Ernährungsberaterin machte und immer wieder neue Wege einschlug – die Ahnenforschung war immer da. Es war Teil von mir, den ich lange Zeit nur für mich behielt. Es war sozusagen meine ganz persönliche Detektivarbeit.
Ich tauchte ein in alte Dokumente, rekonstruierte Familiengeschichten und spürte den Geschichten meiner Vorfahren nach. Und gleichzeitig wuchs das Gefühl: Da ist noch etwas. Da gehört noch etwas dazu.
Forschung vom Schreibtisch aus von Anfang an
Ich habe nie ein Archiv von innen gesehen und trotzdem fast 20 Jahre lang geforscht. Früher mit Briefen an Pfarrämter und langen Wartezeiten, heute mit digitalisierten Kirchenbüchern, die ich abends am Küchentisch durchsuche. Die Werkzeuge haben sich verändert, die Neugier nicht.
Plattformen wie Matricula, Archion, Archivportal-D oder FamilySearch haben die Ahnenforschung für viele erst zugänglich gemacht. Was früher Monate dauerte, geht heute manchmal in einer Stunde. Und plötzlich sitzt du am Laptop und stößt auf den Taufeintrag deines Urururgroßvaters – und die Zeit hält für einen kleinen Moment an.
Wie sich Ernährung und Ahnenforschung verbinden
Irgendwann sah ich plötzlich die Verbindung zwischen meinen beiden Leidenschaften Ernährung und Ahnenforschung. Die Epigenetik – die Wissenschaft, die zeigt, dass unsere Ernährung, unser Lebensstil und unsere Erfahrungen nicht nur uns beeinflussen, sondern auch nachfolgende Generationen – machte mir sichtbar, dass Ahnenforschung und Ernährung keine getrennten Welten sind.
Die Traumata unserer Großmütter können in unseren Zellen gespeichert sein. Die Hungersnöte unserer Urgroßeltern können unseren Stoffwechsel bis heute prägen. Wenn wir verstehen, woher wir kommen, können wir auch besser verstehen, warum unser Körper heute so reagiert, wie er es tut.
Plötzlich fügte sich alles zusammen. Und ich wusste: Das ist das Thema, über das ich schreiben möchte.
Warum ich seit Mai 2025 darüber blogge
Fast 20 Jahre lang war die Ahnenforschung mein ganz persönliches Projekt. Seit Mai 2025 ist das anders. Ich habe entschieden, dieses Wissen und diese Leidenschaft nach außen zu tragen. Nicht weil ich alles weiß- das tue ich ganz sicher nicht. Sondern weil ich glaube, dass viele Menschen neugierig auf ihre Wurzeln sind, aber nicht wissen, wo sie anfangen sollen. Oder weil sie denken, Ahnenforschung sei etwas für Profis mit Archivzugang und Schriftkenntnissen.
Ist es nicht. Du brauchst vor allem eines: Neugier. Den Rest kann man lernen.
Rückblick: warum alle Umwege richtig waren
Heute blicke ich zurück und sehe: Jeder Umweg war richtig. Die Jahre im Einzelhandel lehrten mich Selbstbewusstsein und Gelassenheit. Die Ausbildung zur Ernährungsberaterin gab mir Wissen und einen Blick auf den Zusammenhang zwischen Herkunft und Gesundheit. Die Jahre mit der Genealogie gaben mir Tiefe und Perspektive.
Ich bin nicht die klassische Ahnenforscherin, die nur Namen und Daten sammelt sondern auch die Geschichten dahinter. Ich bin jemand, die glaubt: Wer seine Wurzeln kennt, versteht sich selbst besser. Und genau das ist es, was ich auf diesem Blog weitergeben möchte.
Es begann mit einem Stammbaum voller Fragezeichen.
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ÜBER MICH: Familiengeschichten hinterlassen Spuren: in alten Dokumenten, Kirchenbüchern und Archiven, aber auch in uns selbst. Seit 2007 folge ich diesen Spuren und was als Neugier begann, wurde zur Leidenschaft und führte schließlich zur Erkenntnis: Hinter jedem Namen steckt weit mehr als ein Datum. Auf diesem Blog verbinde ich klassische Ahnenforschung mit psychologischem Tiefgang und altem Wissen. Für alle die nicht nur wissen wollen wer ihre Vorfahren waren, sondern auch was diese ihnen mitgegeben haben.
Mehr über mich erfährst du hier.