Das vergangene Jahr habe ich mich auf die Reise zurück zu meinen Wurzeln gemacht. Je mehr ich mich mit der Geschichte meiner Vorfahren beschäftigt habe, desto häufiger stellte ich mir irgendwann die Frage: Wer bin eigentlich ich? Was macht mich aus?
Die Auseinandersetzung mit meiner Familiengeschichte hat mir zwar viele Antworten geliefert und gleichzeitig neue, tiefere Fragen aufgeworfen. Vor allem Fragen über mich selbst: Was und wo sind meine Grenzen? Was will ich wirklich? Und wer bin ich als Mensch hinter all den mir vererbten Prägungen, der aufgestauten Trauer und Erwartungen anderer?
In den letzten Wochen des Jahres hat sich daraus langsam mein Jahresmotto für 2026 herauskristallisiert: „Wieder bei mir ankommen.“ In diesem Jahr möchte ich mich selbst neu kennenlernen und einen Weg zu mir finden – zu dem Menschen, der ich wirklich bin, wenn ich all die Stimmen im Außen ausblende.
Wieder bei mir ankommen: Wie ich dieses Motto 2026 mit Leben füllen werde
Einem Jahr nur einen einzigen Satz als Motto zu geben, reicht mir nicht. Ich möchte dieses Motto bewusst mit Leben füllen – in meinem Alltag, in meinen Entscheidungen und in der Art wie ich mit mir selbst spreche.
Was bedeutet „Wieder bei mir ankommen“ also ganz konkret für mich? Für mich heißt das, nicht mehr nur zu funktionieren, sondern mir zuzuhören, meine Bedürfnisse ernst zu nehmen und danach zu handeln.
Dieses Motto bedeutet für mich 3 Dinge:
1. Meinem Körper und meiner inneren Stimme wieder zuhören
In den letzten Jahren habe ich gemerkt, wie sehr ich verlernt habe, auf meinen Körper und meine innere Stimme zu hören. Stattdessen habe ich oft einfach nur funktioniert. Dabei habe ich oft die Signale meines Körpers überhört und zugelassen, dass andere über meine Grenzen hinweggehen.
2026 möchte ich das wieder ändern.
Ganz konkret bedeutet das für mich, Körpersignale wieder ernst zu nehmen. In welchen Situationen und bei welchen Personen reagiere ich mit starker Müdigkeit und Unbehagen. Was möchte mir mein Körper damit sagen.
Außerdem möchte ich auch wieder regelmäßig Journaling in meinen Alltag integrieren, um meine Gedanken zu sortieren. Ich möchte lernen, mein Bauchgefühl und meine Intuition bewusster wahrzunehmen und zu unterscheiden, wie sich Angst und wie sich Freude anfühlen.
Das ist ein Lernprozess und ich werde dabei sicher nicht immer richtig liegen. Aber ich möchte wieder lernen meiner Intuition zu vertrauen. Schließlich weiß sie oft mehr als mein Kopf.
2. Stille und Langsamkeit zulassen
In einer Welt, die ständig nach mehr, schneller, besser schreit, ist Langsamkeit fast schon ein rebellischer Akt geworden. Und doch ist es genau diese Langsamkeit, die ich gerade brauche: Momente der Stille, in denen einfach nichts passieren muss.
Zeiten, in denen ich nicht produktiv sein muss. 2026 erlaube ich mir bewusst, langsamer zu werden.
Das kann ein Vormittag ohne Handy sein, ein Spaziergang ohne Podcast, ein Nachmittag der einmal nicht verplant ist (mit Kindern manchmal gar nicht so einfach). Ich möchte Pausen ganz bewusst einplanen, um einfach Zeit zum Durchatmen zu haben.
Stille ist etwas, dass mir manchmal Angst macht, weil dann all die Gedanken, Erinnerungen und Gefühle hochkommen, die ich sonst mit Geschäftigkeit unterdrücke. Aber genau deshalb finde ich diesen Punkt wichtig.
In der Stille und Langsamkeit kann ich wieder bei mir ankommen und spüren, was in diesem Moment wirklich wichtig ist. Ich weiß, dass unsere Gesellschaft Langsamkeit oft als Schwäche oder Faulheit wertet. Für mich jedoch ist es ein Akt der gesunden Selbstfürsorge.
3. Mir selbst wieder Zeit schenken
Zeit für mich selbst. Das klingt so selbstverständlich, und doch ist sie im hektischen Alltag oft das Erste, was verschwindet. Dieses Jahr möchte ich mir diese Zeit bewusst zurückholen und mir selbst schenken.
Ganz konkret bedeutet das, Zeiten in meinen Kalender einzuplanen, die nur mir gehören. Nicht verhandelbar und dabei genauso wichtig wie jeder andere Termin. Ich schaffe mir Räume, in denen ich einfach sein kann, ohne Erwartungen erfüllen zu müssen.
Ich erlaube mir, Dinge zu tun, die keinen Zweck erfüllen außer dem, dass sie mir Freude machen. Das kann ein kreatives Hobby sein, das Lesen eines Buches oder das Tagträumen am Fenster.
Mir selbst Zeit zu schenken bedeutet auch, Nein zu sagen zu Dingen, die mich einschränken würden. Es bedeutet, meine Zeit und Energie als wertvoll zu behandeln und nicht als unendlich verfügbare Ressource für andere.
Dieser Raum ist nicht egoistisch – er ist notwendig, damit ich überhaupt bei mir ankommen kann.

ÜBER MICH: Seit über 20 Jahren erforsche ich meine Familiengeschichte. Was als einfache Neugier begann, ist zu einer Leidenschaft geworden, die mich bis heute begleitet. Auf meinem Blog möchte ich dir zeigen, wie du mit einfachen Werkzeugen selbst auf die Reise zu deinen Wurzeln gehen kannst.
Mehr über mich erfährst du hier.