Der Weg zur Gesundheit führt durch die Küche und nicht durch die Apotheke.
Sebastian Kneipp
Dieses Zitat begleitet mich schon mein ganzes Leben. Mein Weg zur Ernährungsberaterin war alles andere als geradlinig. Er war voller Umwege, Zweifel und unerwarteter Wendungen. Heute weiß ich: Genau diese Umwege haben mich zu dem gemacht, was ich heute bin. Denn manchmal fügen sich die Puzzleteile unseres Lebens erst viel später zu einem großen Ganzen zusammen.
Kreative Träume und erste Prägungen
Wenn man mich als Kind gefragt hat, was ich mal werden will, war meine Antwort „Schauspielerin“ oder „Schriftstellerin“. Ich liebte es, in andere Rollen zu schlüpfen, Geschichten zu erfinden und Menschen zu begeistern. Damals ahnte ich nicht, dass diese Träume mir später im Leben noch sehr nützlich sein würden – nur eben ganz anders als gedacht.
Was das mit meinem heutigen Weg zu tun hat? Die Fähigkeit, Geschichten zu erzählen und Themen lebendig zu machen, hilft mir heute sowohl beim Schreiben meiner Blogartikel über die Vergangenheit als auch dabei, komplexe Ernährungsthemen verständlich zu vermitteln. Ich schreibe heute zwar (noch) keine Romane, aber ich erzähle die wichtigste Geschichte überhaupt: die Geschichte unseres Lebens und unserer Herkunft.
Zwischen Diäten, Körperbildern und Neugier auf Ernährung
In meiner Jugend war ich ein ganz normaler Teenager: Ich habe leidenschaftlich gern in Zeitschriften nach den neuesten Modetrends, Frisuren und Berichten über Stars und Sternchen geblättert. Doch neben dem Glamour gab es da noch ein anderes Interesse, das mein Interesse geweckt hat: Die Ernährung.
Ich erinnere mich noch genau, wie ich mich zunächst heimlich durch die Diätbücher und Zeitschriften die ich zu Hause fand las. Die klassische „Brigitte-Diät“ war damals ein fester Bestandteil in den Regalen der Frauen meiner Familie. Auch wenn es damals in diesen Lektüren eher um das Thema „Abnehmen“ ging, faszinierte mich schon damals welche Macht dieses Thema auf Menschen ausübte. Ich wollte verstehen, was Essen mit unserem Körper macht. Rückblickend war das mein erster, unbewusster Kontakt mit einem Thema, das schon die Generationen vor mir beschäftigt hatte.
Meine wichtigste Erkenntnis in der Ausbildungszeit: Ernährung ist Heilung
Die wirklich große Erkenntnis kam während meiner Lehrzeit. Ich nahm damals selbst einige Kilos ab und erlebte am eigenen Körper, was passiert, wenn man bewusst isst. Es war nicht nur eine körperliche Veränderung – es war auch eine emotionale und mentale Transformation.
In dieser Zeit wurde mir klar: Ernährung ist nicht nur Nahrung. Ernährung ist Heilung und ein Zusammenspiel zwischen Körper und Seele. Diese Erkenntnis war so kraftvoll, dass sie mich bis heute nicht wieder losgelassen hat. Sie war einer der Samen, der Jahre später zu meiner Berufung werden sollte.
Ein Berufswunsch, der sich nicht erfüllen ließ
Während meiner Jugendzeit wollte ich Diätassistentin werden. Ich hatte mich bereits für die Ausbildung entschieden, alles war geplant. Doch dann kam es anders. Aus Gründen, die heute keine Rolle mehr spielen, konnte ich die Ausbildung nicht antreten. Für mich zuerst eine mittlere Katastrophe.
Heute sehe ich das anders. Manchmal müssen sich Türen schließen, damit sich andere öffnen können. Manchmal brauchen wir Umwege, um wirklich anzukommen.
Mein Umweg über den Einzelhandel – und was er mich gelehrt hat
Statt in die Ernährungsberatung ging ich also in den Einzelhandel. Und auch wenn das damals nicht mein Traumjob war, habe ich dort unfassbar viel gelernt:
- Selbstbewusstsein: Ich lernte, zu mir und meinen Entscheidungen zu stehen.
- Selbstvertrauen: Ich erkannte meine Stärken und baute auf sie.
- Sicheres Auftreten : Ich lernte vor Menschen zu stehen, sprechen, präsentieren, überzeugen. (als eher introvertierter Mensch nicht so einfach)
- Ruhe in hektischen Situationen: Ich lernte, auch im größten Chaos einen kühlen Kopf zu bewahren.
Diese Fähigkeiten sind Gold wert. Und das nicht nur im Einzelhandel, sondern auch als selbstständige Beraterin und Bloggerin. Ohne diese Jahre wäre ich heute nicht die, die ich bin.
Genealogie: meine leise, konstante Leidenschaft
Was viele nicht wissen: Während all dieser beruflichen Stationen beschäftigte ich mich parallel schon seit über 20 Jahren mit Genealogie. Die Ahnenforschung war meine stille Leidenschaft, mein Rückzugsort, mein Weg, Wurzeln zu verstehen.
Ich tauchte ein in Archive, rekonstruierte Familiengeschichten und spürte den Geschichten meiner Vorfahren nach. Es war ein Teil von mir, den ich lange Zeit nur für mich behielt.
Damals wusste ich noch nicht, dass meine Ahnen einmal der Schlüssel zu meinem Ernährungs-Konzept sein würden.
Ausbildung zur Ernährungsberaterin – Fokus besondere Lebensphasen
Doch die Ernährung ließ mich nicht los. Auch nach all den Jahren im Einzelhandel spürte ich: Da ist noch etwas. Da fehlt noch etwas. Also fasste ich 2023 endlich den Mut und begann beim Bildungswerker für therapeutische Berufe (BTB) meine Ausbildung zur Ernährungsberaterin mit der Fachrichtung „Besondere Lebensphasen“.
Warum genau diese Fachrichtung? Weil ich selbst all diese besonderen Lebensphasen durchlebt habe:
- Schwangerschaft und Stillzeit. Ich weiß, wie es ist, für zwei zu essen und gleichzeitig auf alles zu achten.
- Beikost. Ich habe meine Kinder durch diese spannende Phase begleitet.
- Teenagerjahre. Ich erlebe gerade, wie Ernährung bei Jugendlichen eine ganz eigene Rolle spielt.
- Betreuung von Senioren. In meiner Familie habe ich erlebt, wie wichtig Ernährung im Alter ist.
Ich wollte nicht theoretisch beraten, sondern aus eigener Erfahrung sprechen.
Was mich an der Ernährung so fasziniert? Sie ist komplex. Sie ist Wissenschaft, Psychologie, Kultur, Tradition, Emotion und Heilung in einem. Es gibt nicht die eine richtige Ernährung für alle. Jeder Mensch ist anders und jede Lebensphase bringt andere Bedürfnisse mit sich.
Meine Krise als angehende Ernährungsberaterin: als ich fast aufgab
Doch dann kam die Krise. Je tiefer ich in die Welt der Ernährungsberatung eintauchte, desto unwohler fühlte ich mich. Überall sah ich diese toxische Ernährungsbubble: ständig wechselnde Trends, strenge Vorschriften, moralische Bewertungen von Essen, Schuldgefühle, Verbote.
Heute Keto, morgen vegan, übermorgen Intervallfasten. Heute sind Eier schlecht, morgen sind sie Superfood. Heute sollst du Fett meiden, morgen Kohlenhydrate.
Ich kam an den Punkt an dem ich kein Teil mehr davon sein wollte.
Ich fühlte mich wie die schlechteste Ernährungsberaterin überhaupt obwohl ich es noch nicht einmal richtig gestartet hatte. Ich hatte Angst, dass ich genau das werden würde, was ich nicht sein wollte: Jemand, der Vorschriften macht, statt Menschen zu helfen.
Also traf ich eine Entscheidung und konzentrierte mich auf meinem Blog erst einmal ganz auf die Genealogie.
Ein bewusster Rückzug von der Ernährung
Vor einem Jahr startete ich meinen Blog. Aber nicht über Ernährung, sondern über Genealogie. Über das Thema, das mich schon 20 Jahre lang begleitete. Über Ahnenforschung, weibliche Ahnenlinien, Familiengeschichten.
Es fühlte sich befreiend an. Endlich konnte ich über etwas schreiben, das mich nicht unter Druck setzte. Das keine stark wechselnden Trends hatte, keine toxischen Regeln, keine moralischen Urteile.
Ich dachte, ich hätte die Ernährung hinter mir gelassen.
Epigenetik: Wie sich Ernährung und Ahnenforschung verbinden
Doch dann geschah etwas Erstaunliches: Ich merkte, dass ich ohne die Ernährungsberatung nicht leben kann. Nicht, weil ich sie als Beruf brauche, sondern weil sie ein Teil von mir ist. Ein Teil meiner Geschichte, meiner Erkenntnis, meiner Leidenschaft.
Und plötzlich sah ich die Verbindung.
Die Wissenschaft, die zeigt, dass unsere Ernährung, unser Lebensstil, unsere Erfahrungen nicht nur uns beeinflussen, sondern auch nachfolgende Generationen. Dass die Traumata unserer Großmütter in unseren Zellen gespeichert sind. Dass die Hungersnöte unserer Urgroßeltern unseren Stoffwechsel prägen können.
Plötzlich fügte sich alles zusammen:
- Meine Leidenschaft für Ernährung
- Meine Leidenschaft für Genealogie
- Mein Wunsch, Menschen ganzheitlich zu verstehen
Ernährung und Ahnenforschung gehören zusammen. Sie erzählen gemeinsam die Geschichte davon, wer wir sind, woher wir kommen und warum wir so sind, wie wir sind.
Wie Ernährung und Ahnen unsere Gesundheit prägen
Epigenetik beschäftigt sich mit der Frage, wie unsere Gene durch Umweltfaktoren beeinflusst werden – ohne dass sich die DNA selbst verändert.
Dazu gehören unter anderem:
– unsere Ernährung
– unser Lebensstil
– Stress, Krisen und emotionale Erfahrungen
– prägende Ereignisse früherer Generationen
Studien zeigen, dass Erlebnisse wie Hungersnöte, Kriegszeiten oder chronischer Stress unserer Vorfahren Spuren hinterlassen können und dass diese Spuren noch Generationen später Auswirkungen auf Stoffwechsel, Hormonhaushalt und Essverhalten haben.
Genau hier treffen sich meine beiden Leidenschaften:
Ernährung und Genealogie.
Wenn wir verstehen, woher wir kommen, können wir auch besser verstehen, warum unser Körper heute so reagiert, wie er es tut.
Rückblick auf meinen Weg: warum alle Umwege richtig waren
Heute blicke ich zurück und sehe: Jeder Umweg war richtig.
- Der Einzelhandel lehrte mich Selbstbewusstsein und Ruhe.
- Die Jahre der Genealogie gaben mir Tiefe und Perspektive.
- Die Ernährungsausbildung gab mir Wissen und Struktur.
- Die Krise lehrte mich, meinem eigenen Weg zu vertrauen.
Ich bin nicht die klassische Ernährungsberaterin. Und ich bin auch nicht die klassische Genealogin. Ich bin beides. Und genau das macht mich aus.
Wohin meine Reise mich noch führen darf
Meine Reise ist noch nicht zu Ende. Ich träume davon, vielleicht noch Pilatestrainerin zu werden – um die Verbindung zwischen Körper, Geist und Seele noch weiter zu vertiefen.
Aber da ist noch mehr: Ich möchte Autorin werden und all meine Erkenntnisse und Geschichten in einem Buch festhalten. Und wer weiß? Vielleicht führt mich mein Weg am Ende ja doch noch einmal zurück ans Theater, dorthin, wo meine Träume als kleines Mädchen begannen. Denn eines habe ich gelernt: Wir müssen uns nicht für einen einzigen Weg entscheiden. Wir dürfen wachsen und immer wieder neue Puzzleteile hinzufügen.
Möchtest du mehr über meine Arbeit erfahren und verstehen, wie Ernährung, Lebensgeschichte und Herkunft zusammenwirken?
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ÜBER MICH: Seit über 20 Jahren erforsche ich meine Familiengeschichte. Was als einfache Neugier begann, ist zu einer Leidenschaft geworden, die mich bis heute begleitet. Auf meinem Blog möchte ich dir zeigen, wie du mit einfachen Werkzeugen selbst auf die Reise zu deinen Wurzeln gehen kannst.
Mehr über mich erfährst du hier.